Archiv « Inititaive für Solidarität und Klassenkampf

Archiv der Kategorie 'Bericht'

Dritter zentraler Warnstreiktag bei PFLEGEN & WOHNEN in Hamburg für einen Tarifvertrag

Pflegen und Wohnen Hamburg Auf ihrer heutigen Demonstration durch die Hamburger Innenstadt machten die rund 200 Streikenden von PFLEGEN & WOHNEN einen Stopp auf dem Rathausmarkt, um die Bürgerinnen und Bürger über ihre Tarifforderungen und den Konflikt mit dem Arbeitgeber zu informieren.

Sie verlangen angemessene Bezahlung und Arbeitsbedingungen, die in einem Tarifvertrag festgeschrieben sind. Die Geschäftsführung von PFLEGEN & WOHNEN ist nach wie vor nicht zu Tarifverhandlungen mit ver.di bereit. (Quelle: Jour Fixe Hamburg nach einem Bericht von ver.di Hamburg)

Vorstellung des Jour Fixe Hamburg auf den Seiten von Labournet

Zentrale von Nokia-Simens-Networks in München soll geschlossen werden – 2.900 Jobs sollen wegfallen!

Nokia-Siemens Bereits am Dienstag erfuhren die Beschäftigten der Münchner Zentrale von Nokia-Siemens-Networks (NSN), dass geplant ist in Deutschland 2.900 Stellen abzubauen. Das erst 2007 aus den Netwerksparten von Siemens und Nokia zusammengelegte Unternehmen galt unter Belegschaftsmitgliedern bereits des öfteren als schlecht gemanaged.

Ingesamt will der Konzert weltweit nun 17.000 Stellen abbauen, darunter die besagten Streichungen bei den insgesamt etwa 3.900 Kolleginnen und Kollegen in der Zentrale in München. Unterdessen hatte die IG Metall (IGM) bereits auch in den kleinen Standorten wie Leipzig und Ulm zu Betriebsversammlungen aufgerufen und eine Tarifkommission gegründet, die die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber führen soll.

Hände weg von den Jobs der Kolleginnen und Kollegen!

- Tageszeitung junge Welt (jW) vom 2. Februar 2012: „Paukenschlag“

Generalstreik in Belgien gegen unsoziale EU-Politik

Belgien_klein „In Belgien hat ein Generalstreik gegen von der Regierung auf Druck der EU geplante Sozialkürzungen am gestrigen Montag das öffentliche Leben und die Industrieproduktion landesweit lahmgelegt. Trotz einer zuvor von praktisch allen Medien und traditionellen Parteien gegen die Gewerkschaften entfesselten Kampagne war die Beteiligung hoch. Die Industrieproduktion brach nahezu vollständig zusammen. In Antwerpen kamen fast alle Großbetriebe zum Stillstand, und auch bei den Automobilherstellern Volvo und Audi standen die Fließbänder still. In den Häfen von Antwerpen und Zeebrügge kam der komplette Schiffsverkehr zum Erliegen.“ (junge Welt (jW) vom 31. Januar 2012)

Solidarität mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen in Belgien!

- Artikel und Texte bei Labournet zum Streik in Belgien
- Tageszeitung junge Welt (jW) vom 15. Dezember 2011: „EU den Weg versperrt“

Erste Warnstreiks in Baden-Württemberg! Ver.di droht mit Streik im privaten Busverkehr!

Ver.di-Busfahrer_BaWue „Mit Beginn der Frühschicht hat heute Morgen der Warnstreik im privaten Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg begonnen. ver.di hat die Beschäftigten nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. An allen Standorten haben sich die Kernbelegschaften „nahezu geschlossen“ am Streik beteiligt, auch die Beschäftigten „etlicher“ Subunternehmer folgten dem Aufruf. In mehreren Städten setzen die Unternehmer entgegen den Abkommen mit ver.di Rentnerinnen und Rentner als Streikbrecher ein. ver.di kündigte an, falls weitere Streiks nötig sind, in diesen Städten Aktionen nicht mehr im Vorfeld bekanntzugeben. ver.di rechnet in den betroffenen Städten und in deren Umland heute den ganzen Tag mit starken Störungen im Fahrbetrieb. Am Streik beteiligen sich heute über 1.000 Beschäftigte.“ (ver.di, 23. Januar 2012).

Unterstützen wir die Kolleginnen und Kollegen bei ihrem Tarifkampf!

- ver.di Presseerklärung vom 23. Januar 2012: „Privates Omnibusgewerbe – Warnstreik hat heute früh begonnen“
- Tageszeitung junge Welt (jW) vom 25. Januar 2012: „Busfahrer machen Druck“ - nur mit Online-Abo!a>

Schlecker ist Pleite – MitarbeiterInnen fürchten um ihre Jobs!

S-Bahn Bereits am Freitag, den 20. Januar 2012, wurde bekannt, dass der Unternehmensriese Schlecker Insolvenz anmelden will. Damit geht eine Ära zu Ende. Der Drogeriefilalist beschäftigt in Europa mehr asl 47.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – 37.000 davon bereits in Deutschland.

Dabei ist Schlecker trotz drei Jahren mit Verlusten mit knapp 4.300 Millionen Euro Umsatz immerhin noch der siebend größte Lebensmittelhändler (Trade Dimensions, 2011) gewesen. Unterdessen forderte die Gewerschaft ver.di bereits öffentlich, dass sich die Konzernführung auf, alles in ihrer Macht stehende für die MitarbeiterInnen zu tun. In einer Presseerklärung vom Freitag heißt es dazu: „Anton Schlecker trägt als Eigentümer persönlich die Verantwortung für seine Beschäftigten. Besonders in einem solchen Falle gilt: Eigentum verpflichtet“.

Bereits seit einigen Monaten verdichteten sich die Anzeichen für die Firmenpleite: „Hartnäckige Gerüchte besagen, daß sich mehrere Großhändler geweigert haben, die Filialen wegen Zahlungsschwierigkeiten weiter mit Waren zu beliefern.“, so die Tageszeitung junge Welt (jW) vom 21. Januar 2012.

Den Beschäftigen stehen nun harte Zeiten bevor, denn die meißten der knapp 7.500 Märkte in Deutschland werden schließen müssen. Die Konkurrenten von Schlecker, Rossmann und die dm-Kette, hätten wenig Interesse an der Übernahme von Märkten, hieß es. Zu veraltet seien die Ladenkonzepte von Schlecker, zu wenig Umsatz bringen die meisten Standorte. Rossmann hatte bereits angekündigt nur 50 bis 60 Märkte übernehmen zu wollen.

Solidarität mit den Beschäftigen bei Schlecker! Keine Insolvenz auf Kosten der Kolleginnen und Kollegen!

- Tageszeitung junge Welt (jW) vom 23. Januar 2012: „Kaum Interesse an Schlecker-Läden“
- Tageszeitung junge Welt (jW) vom 21. Januar 2012: „Schlecker ist pleite“
- Pressemitteilung der Gewerkschaft ver.di vom 20. Januar 2012: „Beschäftigte haben Anspruch auf volles Engagement von Schlecker „
- Labournet-“Spezial“: Pressespiegel zur Insolvenz bei Schlecker

Aktionsausschuss 100% S-Bahn: Offener Brief an die Gewerkschaften zur möglichen Privatisierung der S-Bahn

S-Bahn Der Aktionsausschuss 100% S-Bahn hat zwei offene Briefe an die Gewerkschaften EVG und GDL gerichtet. Darin heißt es unter anderem: „Mit Befremden müssen wir miterleben wie sich die Politik und vor allem die Deutsche Bahn auf die Ausschreibung der S-Bahnbetriebsleistung intensiv vorbereitet. Damit beteiligt sich der Bahnkonzern nicht nur aktiv an der Zerschlagung des einst erfolgreichsten Berliner Unternehmens im öffentlichen Nahverkehr, sondern auch aktiv am Abbau und der Ausgliederung unserer Arbeitsplätze. Wir wollen das so nicht hinnehmen!“.

Keine Privatisierung der Berliner S-Bahn! Solidarität mit den Beschäftigten!

- Die beiden Briefe sowie weitere Infos auf der Seite des Aktionsausschuss 100% S-Bahn

Massenentlassungen bei Manroland!

Manroland Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins „Handelsblatt“ (Ausgabe vom Mittwoch, den 19. Januar 2012) wird der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Manroland zerschlagen. Dabei werden bereits bis zum Monatsende etwa 527 Arbeitsplätz im Werk gestrichen, so der IG-Metall-Bezirksbevollmächtigte Stefan Kademann. Neben 43 Auszubildenden würden nur 296 ArbeiterInnen am Plauener Standort weiter beschäftigt.

Dabei hatte der Gläubigerausschuss ebenfalls am Mittwoch die Zerschlagung des Konzerns beschlossen. Insgesamt fallen dadurch 2.200 stellen in Deutschland weg, von denen allein 1.000 Stellen beim Werk in Offenbach gestrichen werden. Das größte der drei Werke des Konzerns in Augsburg wird höchstwahrscheinlich von der Lübecker Possehl-Gruppe übernommen werden.

Solidarität mit den Beschäftigten bei Manroland! Schluss mit den Entlassungen!

Weitere Artikel zum Thema:
- Mitteilung des „Handelsblattes“ vom 19. Januar 2012
– Tageszeitung junge Welt (jW): Almosen für Manroland (11. Januar 2012)
– Express – Zeitung: „Hoffentlich Allianz versichert? – Zur Pleite bei manroland“ (Dezember 2011)

Schweiz: Neues aus Bellinzona

Der Streik der Arbeiter der SBB-Werkstätten (Officine) in Bellinzona im Frühjahr 2008 geht wohl in die Geschichte ein: Nach 33 Tagen Streik und Besetzung der Werkstatt, einer breiten Mobilisierung von Gesellschaft und Politik konnten die über 400 Beschäftigten die Restrukturierungs pläne der SBB-Direktion erfolgreich bekämpfen und somit den Standort erhalten. Darüber hinaus konnten gar Forderungen durchgesetzt werden wie z.B. die Festanstellung von ca. 50 Temporärarbeitern.

Inzwischen hat sich gezeigt, dass die SBB-Spitze den Frontalangriff nur hinaus schob. Zwar wurden die Bedürfnisse der Werkstatt in Bellinzona regelmässig zwischen der Direktion des Unternehmens und dem
Streikkomitee an einem sogenannten „Runden Tisch“ besprochen, die wichtigen Entscheide wurden aber anderswo gefällt.

Mitte 2011 verhandelte die SBB mit den Gewerkschaften SEV und transfair und über die Köpfe der über 27′000 SBB-Beschäftigten hinweg die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages (GAV).

Wesentlicher Bestandteil des neuen Vertrages war der Übergang vom Lohnsystem ESP (29-Lohnklassen) zu ToCo (15-Lohnklassen), was eine massive Effektivlohnreduktion (bis zu 20′000 CHF jährlich in gewissen Fällen) und eine krasse Öffnung der Lohnschere innerhalb der SBB bedeutet.

Die Belegschaftsversammlung der Offinica Bellinzona hat als erste Antwort auf diesen Angriff eine Resolution verabschiedet und die SBB-Direktion aufgefordert, den Entscheid zurückzunehmen. Wir haben diese Resolution auf Deutsch und Französisch übersetzt, damit die neueste Entwicklung über die kantonalen Grenzen hinaus bekannt gemacht wird und sich eine breite Solidarität mit der Belegschaft der Officina
Bellinzona organisieren kann.
(gekürzt: Netzwerk Arbeitskämpfe)


– Informationen zur politischen Solidarität auf den Seiten des Revolutionären Aufbaus Schweiz
– Infotext mit Resolution des Streikommittees
- Seite des Streikkommittees

Solidarität mit dem Streik der CFM-Beschäftigten

Die CFM wurde 2006 als Tochtergesellschaft aus der Charité ausgegliedert. Sie ist für die Bereiche Technik, OP-Sterilisation, Transporte, Reinigung, Küche etc. verantwortlich. 51 Prozent gehören dem Land Berlin. Der Rest wurde an private Investoren wie Dussmann, Hellmann und Vamed verkauft. Stundenlöhne von 6,53 Euro sind keine Seltenheit, Leiharbeiter werden eingesetzt, befristete Arbeitsverträge sind an der Tagesordnung. Bei der CFM gibt es keinen Tarifvertrag und der Senat ist mitverantwortlich dafür. Die Tarifkommissionen brachen die Gespräche ab, da das Angebot lediglich Zusagen für wenige KollegInnen beinhaltete und viele von Verbesserungen ausschloß. Selbst die Verbesserungen sind bei genauerem Hinsehen nur Schein und unterscheiden in den Leistungsbereichen zwischen einzelnen MitarbeiterInnen. Am 7. September endete die Urabstimmung der CFM-KollegInnen mit einem Ergebnis von 98.66 Prozent für Streik bei den ver.di-Mitgliedern und 96 Prozent für Streik bei den Mitglieder der GKL/dbb. Am Montag, den 12. September um 5 Uhr früh begann der Ausstand an allen drei Campi der Charité in Berlin. Circa 200 Kolleginnen legten die Arbeit nieder und begannen für einen Tarifvertrag zu streiken.

Aktuelle Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten beim Solidaritätskomitee CFM

Gegen Ausbeutung in Spätverkäufen

Viele Beschäftigte im Handel sind mit Dumpinglohn, langen Arbeitszeiten und schlechten Arbeitsbedingungen konfrontiert. Wir machen einen konkreten Fall in Berlin-Friedrichshain öffentlich, wo sich ein Kollege gegen die Bedingungen gewehrt hat und gekündigt wurde. Aber damit ist sein Widerstand und unsere Unterstützung nicht zu Ende….
Viele Bewohner_innen von Szenekiezen und damit auch viele Linke frequentieren kleine „Spätverkaufläden“, die auch an Sonntagen und fast rund um die Uhr geöffnet haben. Wer so einen Laden um die Ecke hat, gibt zwar etwas mehr Geld aus, muss sich aber um einen gefüllten Kühlschrank keinen Kopf machen. Das ist bequem. Weniger bequem und auch kaum bekannt sind die Arbeitsbedingungen der dort Beschäftigten. Wir möchten hier den Fall unseres Freundes und Kollegen schildern. Dieser dürfte noch nicht einmal die schlechte Trendspitze des Eisbergs informeller Arbeitsverhältnisse im Kleinhandel darstellen, aber umso mehr exemplarisch sein. Unser Kollege arbeitete über zwei Jahre in einem Spätkauf in der Samariterstr. 3 in Berlin Friedrichshain. Er hat eine kaufmännische Ausbildung und bezog als Langzeiterwerbsloser ALG II. Über Bekannte erfuhr er, dass der Inhaber, Herr Saeed, eine Arbeitskraft sucht. Gut, mensch soll sich ja bewerben…
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