Initiative für Solidarität und Klassenkampf

Bericht, Fotos und Beiträge vom 1. Mai 2021

Am 1. Mai 2021 beteiligten sich etwa 2000 Menschen an der klassenkämpferischen Demonstration in Berlin unter dem Motto „Nicht auf unserem Rücken – Gewerkschaften und Lohnabhängige in die Offensive! Gemeinsam gegen die Krise!“. Da der DGB keine Demonstration organisiert hatte, haben über 20 Initiativen zu einer eigenen klassenkämpferischen Demonstration aufgerufen. Bei der Revolutionären 1.-Mai-Demonstration in Berlin-Neukölln waren über 25.000 Menschen. Die Demo konnte aufgrund von massiven Angriffen der Berliner Polizei nicht nach Kreuzberg ziehen.

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Heraus zum 1. Mai 2021! Shutdown Capitalism! Aufruf vom klassenkämpferischen Block zum 1. Mai 2021

In der aktuellen Situation der Corona-Krise wird besonders deutlich, dass die Profite der Konzerne im Kapitalismus an erster Stelle stehen. Das zeigt sich sowohl im Umgang mit der Pandemie, beim kaputtgesparten Gesundheitssystem, als auch bei der Verteilung von Impfstoffen. Beschäftigte im Krankenhaus, bei Lieferdiensten oder im Supermarkt werden weiterhin mies bezahlt. Gleichzeitig bekommen Konzerne wie Lufthansa und TUI Milliarden an Steuergeldern und Unternehmen wie Amazon, Aldi und Google, erzielen auch in der Krise höhere Gewinne. Während Milliarden Menschen weltweit unter der Armutsgrenze leben, keine Einnahmen haben und keine Unterstützung bekommen, hat sich das Vermögen der Reichen in der Corona Krise weiter vergrößert.

Gesundheit für alle statt Profite für die Wirtschaft!

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betreffen größtenteils nur den Bereich der Freizeit, während in Großbetrieben wie bei Tönnies, Amazon und vielen anderen die Beschäftigten weiter in großen Gruppen arbeiten müssen und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Arbeiter*innen müssen jeden Tag in vollen S-Bahnen zur Arbeit fahren. Sie sind stundenlang mit anderen in Großraumbüros, in Bildungseinrichtungen oder in Fabriken und riskieren dabei eine Ansteckung mit Corona. Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten und wo auch Homeoffice nicht möglich ist, haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Hinzu kommt die Angst vor dem Jobverlust. Von Entlassungen sind insbesondere Menschen in Teilzeit und mit befristeten Arbeitsverträgen betroffen sowie Minijober*innen und Solo-Selbstständige, die keine Aufträge mehr bekommen. Wir wollen, dass die Krise nicht auf unserem Rücken ausgetragen wird! Die Reichen sollen zahlen!

Gemeinsam kämpfen gegen die rassistischen Ausbeutungsverhältnisse!

Insbesondere Leiharbeiter*innen haben ein deutlich höheres Risiko an Corona zu erkranken und erleiden häufiger einen schweren Verlauf. 40 Prozent der Leiharbeiter*innen haben keinen deutschen Pass. In der Fleischindustrie oder beim Baugewerbe werden migrantische Arbeiter*innen als Leiharbeiter*innen oder als Werksvertragsbeschäftigte zu Dumpinglöhnen ausgebeutet. Miserable Arbeitsbedingungen haben auch Erntearbeiter*innen, die oft ohne Krankenversicherung angestellt werden und zu Niedriglöhnen Schwerstarbeit leisten müssen. Im Mai 2020 streikten etwa 200 Erntearbeiter*innen des Spargel- & Erdbeerhofs Ritter in Bornheim bei Bonn gegen die schlechten Bedingungen und fehlende Lohnzahlungen. Schluss mit den Dumpinglöhnen! Solidarität mit den migrantischen Arbeiter*innen!

Who cares?

Durch die Corona-Krise wurden auch die patriarchalen Verhältnisse verstärkt. Denn vor allem Frauen kümmern sich zusätzlich zu ihrer Lohnarbeit um die Kinderbetreuung, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind. Sorge-Arbeit ist zwar eine sehr wichtige gesellschaftliche Aufgabe, sie wird jedoch schlecht bezahlt und die Arbeitsbedingungen sind hart. Überwiegend Frauen arbeiten im Bereich der Gesundheitsversorgung und in der Kinderbetreuung. In Deutschland arbeiten vor allem Frauen aus Osteuropa in Privathaushalten als Altenpflegerinnen, häufig rund um die Uhr, 7 Tage die Woche. Wir wollen, dass die Sorgearbeit von allen gleichermaßen und gemeinsam gemacht wird. Weg mit der sexistischen Arbeitsteilung, für den Feminismus kämpfen!


Keine Profite mit unserer Gesundheit!

Die Krankenhausfinanzierung funktioniert über die so genannten Fallkostenpauschalen, die aus Krankenhäusern auf Gewinn orientierte Fabriken macht. Entscheidungen über Behandlungen und Dauer des Krankenhausaufenthaltes werden nicht allein nach medizinischen Kriterien getroffen, sondern vermehrt danach, was sich gewinnbringend abrechnen lässt. Um Kosten zu sparen wird Personal abgebaut, werden Löhne und Gehälter gesenkt oder einzelne Abteilungen ausgelagert. Für die Patient*innen und die Beschäftigten ist das eine Katastrophe. Beschäftigte, die sich organisieren, um gegen diese Missstände zu kämpfen, werden von den Krankenhaus-Leitungen unter Druck gesetzt. Es gab zum Beispiel eine versuchte Kündigung einer aktiven Kollegin bei der Asklepios-Klinik in Hamburg, welche über die mangelhafte Besetzung der Intensivstationen berichtet hatte. Nach starken Protesten zog Asklepios die Kündigung zurück. Wir wollen Krankenhäuser, in denen die Bedürfnisse der dort Arbeitenden und der Patient*innen im Vordergrund stehen und keine Krankenhauskonzerne, die Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit machen!

Patente töten!

In Konkurrenz zueinander werden weltweit Impfstoffe entwickelt, anstatt gemeinsam zu forschen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu teilen. Durch die Patente haben Unternehmen die Verfügungsgewalt über die Impfstoffe und machen damit Gewinne. Ein Großteil der Weltbevölkerung im globalen Süden wird von der Impfung ausgeschlossen. Deutschland und andere reiche Industriestaaten blockieren in der Welthandelsorganisation die Aussetzung der Patentrechte, um die Profite der Pharmaindustrie zu schützen. Pharmakonzerne enteignen! Gleicher Zugang zu Impfstoff für alle!

Klassenbewusste Organisierung gegen Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat!

Gegen die herrschenden Zustände können wir nur gemeinsam etwas ausrichten. In verschiedenen Bereichen schließen sich Beschäftigte zusammen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Am 1. Mai 2021 wollen wir diesen Basisinitiativen Raum geben, um von ihren Kämpfen und Erfahrungen zu erzählen und uns solidarisch aufeinander beziehen.

Wir nehmen das Pandemiegeschehen ernst und wollen das Infektionsrisiko auf unseren Versammlungen deswegen minimieren. Deshalb tragt während den gesamten Aktionen eine medizinische Maske und haltet den Mindestabstand ein!

Heraus zum 1. Mai:
Klassenkämpferische Demonstration | 11 Uhr | Hackescher Markt
Revolutionäre 1.-Mai-Demo | 17 Uhr | Hermannplatz

Kommt auch am 30.04. zur Demo „Von der Krise zur Enteignung!“ um 17 Uhr am Leopoldplatz im Wedding.

1. Mai 2021: Kommt zur klassenkämpferischen Demonstration! 11 Uhr Hackescher Markt

Da der DGB am 1. Mai 2021 in Berlin keine große zentrale Demonstration veranstalten wird, haben wir uns zusammen mit anderen Gruppen und Initiativen wie der Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften, Hände weg vom Wedding und dem Solidaritätsnetzwerk dazu entschlossen am 1. Mai eine eigene klassenkämpferische Demonstration zu organisieren. Ein Verzicht auf öffentlichen Protest auf der Straße ist für uns angesichts der Notwendigkeit gerade in der Krise klassenkämpferisch gegen die Angriffe von Staat und Kapital aktiv zu sein, keine Option. Wir nehmen das Pandemiegeschehen aber sehr ernst und wollen das Infektionsrisiko auf unserer Demonstration durch Masken und Abstand minimieren. Hier ist unser gemeinsamer Aufruf:
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Heraus zum 1. Mai! Der Kapitalismus ist die Krise!

Durch die Corona-Pandemie zeigt sich die Unfähigkeit des Kapitalismus menschliche Bedürfnisse zu befriedigen besonders deutlich. Die Profitorientierung steht einem guten Leben für alle im Weg und gefährdet unsere Gesundheit. Dieses Jahr findet die DGB-Demonstration wegen Corona nicht statt. Auch unseren klassenkämpferischen Block wird es leider nicht geben. Trotzdem gibt es genügend Gründe am 1. Mai aktiv zu werden. Wir schließen uns dem Aufruf des revolutionären 1.-Mai-Bündnis zu dezentralen Aktionen an und legen unseren Schwerpunkt dabei auf kassenkämpferische Interventionen. Macht mit und überlegt euch für den 1. Mai kreative Aktionen an Orten kapitalistischer Ausbeutung. Achtet dabei auf genügend Abstand, tragt Masken und Handschuhe. Unser Widerstand gegen die kapitalistische Profitlogik, gegen Rassismus und gegen die patriarchalen Verhältnisse macht keine Pause, denn die herrschenden Zustände sind nicht hinnehmbar!
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Bericht und Fotos vom 30. April & 1. Mai 2019

Am 1. Mai 2019 beteiligten sich etwa 200 Menschen am klassenkämpferischen Block auf der DGB-Demonstration in Berlin. Die Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration begann gegen 19:00 Uhr am Wismarplatz in Berlin-Friedrichshain und zog mit über 10 000 Teilnehmer*innen unangemeldet durch Friedrichshain. Die DGB-Demo begann gegen 10 Uhr am Hackeschen Markt und zog mit einigen Tausend Teilnehmer*innen bis zum Brandenburger Tor. Der klassenkämpferische Block beteiligte sich daran unter dem Motto „Zusammen gehört uns die Zukunft – Gegen Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat“. Am 30. April fand im Wedding die antikapitalistische Demonstration unter dem Motto „Unsere Häuser unsere Kieze – Gegen die Stadt der Reichen!” mit fast 4000 Teilnehmer*innen statt.
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Heraus zum 1. Mai 2019

Unter dem Motto Zusammen gehört uns die Zukunft – Gegen Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat“ rufen wir auf zum klassenkämpferischen Block am 1. Mai auf der DGB-Demonstration 2019. Mit dem Block wollen wir innerhalb der Demonstration eine antikapitalistische Position zum Ausdruck bringen. Statt Sozialpartnerschaft und Stellvertreter*innen-Politik setzen wir auf die Selbstorganisierung der Lohnabhängigen. Es geht uns nicht nur um den Kampf für einzelne Fortschritte wie bessere Arbeitsbedingungen oder bezahlbare Mieten, sondern um eine grundsätzliche Kritik an der profitorientierten Wirtschaftsweise. » Weiter Lesen

Bericht und Fotos vom 30. April & 1. Mai 2018

Am 1. Mai 2018 nahmen etwa 200 Menschen am klassenkämpferischen Block auf der DGB-Demonstration teil. Die Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration begann gegen 18:30 Uhr am Oranienplatz und zog mit 15 000 Teilnehmer*innen unangemeldet durch Kreuzberg. Die DGB-Demo begann um 10 Uhr am Hackeschen Markt und zog mit einigen Tausend Teilnehmer*innen bis zum Brandenburger Tor. Der klassenkämpferische Block beteiligte sich daran unter dem Motto „Klassenkämpfe entfalten – Nationalismus, Sexismus und Rassismus bekämpfen!“. Am 30. April fand im Wedding die antikapitalistische Demonstration unter dem Motto „Widerständig und solidarisch im Alltag – Organize!” mit 4000 Teilnehmer*innen statt.
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Heraus zum 1.Mai 2018!

Basisorganisierungen stärken und vernetzen! Beteiligt euch vor dem 1. Mai an der antikapitalistischen Demonstration im Wedding. Kommt am 1. Mai zum klassenkämpferischen Block bei der DGB-Demonstration und zur revolutionären 1. Mai Demonstration um 18 Uhr.

Widerständig und solidarisch im Alltag – Organize!
30.04.2018 | 16 Uhr | Leopoldplatz | [Aufruf]

Klassenkämpferischer Block auf der DGB-Demonstration
01.05.2018 | 9:30 Uhr | Hackescher Markt | [Aufruf]

Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration
01.05.2018 | 18:00 Uhr | Oranienplatz | [Aufruf]

Unser Aufruf zum Klassenkämpferischen Block bei der DGB-Demo


Klassenkämpfe entfalten – Nationalismus, Sexismus und Rassismus bekämpfen

Auch dieses Jahr rufen wir wieder zum klassenkämpferischen Block bei der DGB-Demonstration am 1. Mai auf. Wir wollen damit unsere Perspektive ausdrücken, Verbesserungen im Alltag der Lohnabhängigen selbstorganisiert zu erkämpfen, anstatt sich auf Stellvertreter*innen-Politik und bürokratische Apparate zu verlassen. Uns geht es aber nicht nur um Verbesserungen innerhalb der bestehenden Gesellschaft wie höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen oder bezahlbare Mieten, denn wir haben eine grundsätzliche Kritik an der profitorientierten Wirtschaftsweise. Die Verwertungsinteressen des Kapitals, patriarchale und rassistische Verhältnisse stehen einem schönen Leben für uns alle im Weg.
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Heraus zum 1. Mai 2018! Klassenkämpfe entfalten – Nationalismus, Sexismus und Rassismus bekämpfen


Klassenkämpfe entfalten – Nationalismus, Sexismus und Rassismus bekämpfen

Auch dieses Jahr rufen wir wieder zum klassenkämpferischen Block bei der DGB-Demonstration am 1. Mai auf, wir wollen damit unsere Perspektive ausdrücken, Verbesserungen im Alltag der Lohnabhängigen selbstorganisiert zu erkämpfen, anstatt sich auf Stellvertreter*innen-Politik und bürokratische Apparate zu verlassen. Uns geht es aber nicht nur um Verbesserungen innerhalb der bestehenden Gesellschaft wie höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen oder bezahlbare Mieten, denn wir haben eine grundsätzliche Kritik an der profitorientierten Wirtschaftsweise. Die Verwertungsinteressen des Kapitals, patriarchale und rassistische Verhältnisse stehen einem schönen Leben für uns alle im Weg. Wir gehen deshalb am 1. Mai auf die Straße, um deutlich zu machen, dass wir die herrschenden Zustände nicht mehr hinnehmen und alle Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse bekämpfen. Der Weg zu einer solidarischen Gesellschaft jenseits von Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat beginnt mit kleinen Schritten, mit selbstorganisierten Kämpfen im Betrieb, im Stadtteil und auf der Straße. Um eine Gegenmacht aufzubauen, müssen wir uns in unserem Alltag zusammenschließen und kollektiv Widerstand leisten. Setzen wir der Vereinzelung, dem Konkurrenz- und Leistungsdenken unsere Kollektivität und Solidarität entgegen und schreiben damit eine neue Geschichte von unten!

Klassenkämpferischer Block | DGB-Demonstration | 1. Mai 2018 | 9:30 Uhr | Hackescher Markt